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Auf dem Landweg nach Australien Teil 3

Auf dem Landweg nach Australien Teil 3

By | 2017-12-04T16:20:48+00:00 Dezember 4th, 2017|Reiseberich|0 Comments

Grenzübergang nach China

Am 27.09 wollten wir über die Grenze nach China. Dachten wir zumindest. Das erste Problem war ein technisches. Manni, unser gelber Werkstattwagen mit dem kaputten Wohnmobil am Hacken, konnte plötzlich nicht mehr starten.

Starter kaputt. Das natürlich genau an der Grenze. Zum Starten musste er von einem anderen MAN (Wohnmobil von Carsten) angeschleppt werden. Das war schon ein Bild .

Erst ein 10 Tonner, dann Manni mit 16 Tonnen und an der Abschleppstange das verunfallte Womo. Beim Grenzeintritt wurden alle Fahrzeuge in einer LKW-Anlage komplett gescannt. Danach standen wir mit den Fahrzeugen auf dem Zollhof. Das lief ja schon mal alles super schnell. Aber dann war es wie abgeschnitten.

Ich will gar nicht den gesammten Ablauf beschreiben (wäre schon ein eigener Bericht) , aber wir haben drei Tage gebraucht, um die Fahrzeuge in China einzuführen.

Auf dem Landweg nach Australien Teil 3

Wir selber als Person konnten ohne Probleme einreisen, denn wir hatten ja ein Visum im Pass. Die Fahrzeuge mussten im Zollhof stehen bleiben. Übernachten durften wir im Fahrzeug aber nicht.

Wir wurden dann mit dem Bus nachts 120 Kilometer nach Kaschgar (in China) gefahren und am nächsten Morgen wieder zurück.

Dann haben wir den ganzen Tag gewartet, gewartet und gewartet. Dann wurden die Pässe den Fahrzeugen zugeordnet, dann mussten wir in Reih und Glied antreten, links die Beifahrer, rechts die Fahrer. Keiner von uns nahm das so richtig ernst. Da wurde durcheinander geredet, jemand stand falsch, da wurden Späßchen gemacht usw.

Bis unser chinesischer Guide uns ins Gebet nahm und uns erklärte, dass die Beamten das nicht so toll fanden. Spätestens dort merkte man doch, dass der Zollhof eine humorfreie Zone ist.Wie gesagt, den zweiten Tag haben wir gewartet und gewartet.

Es passierte nichts. Dann abends wieder in den Bus und ab ins Hotel, diesmal schon 5 Sterne! Den dritten Tag sind nur noch die Fahrer zum Zollhof gefahren. Die Beifahrer sind in der Stadt geblieben. Dann mussten wir im Zollhof in einer Schlange vor eine große Halle fahren und natürlich wieder warten.

Dann ging das Hallentor auf und alle haben schon den Motor gestart et und warteten auf einen „Befehl“ zum Reinfahren. Nichts passierte. Gut, irgendwann ging das Tor wieder zu und alle waren ratlos.

Im Hintergrund liefen alle Drähte heiß. Unsere beiden chinesischen Guides, Zhang und Yong Zhi, versuchten natürlich alles zu beschleunigen. Nur hier läuft es alles etwas anderns. Alles wird in Peking entschieden, sogar die Uhrzeit.

Und wenn der entscheidene Mann gerade zum Essen ist, dann läuft da auch nichts. Und gefühlt war der oft und lange zum Essen und zu früh Feierabend gemacht hat er scheinbar auch.

Die Beamten vor Ort treffen keine Entscheidung und haben dabei noch eine höllische Angst, etwas falsch zu machen. Es kamen hier auch noch ein paar Faktoren zusammen, die die Einreise extrem schwierig gemacht haben.

1. Es war kurz vor dem großen Parteitag in Peking, 2. Wir sind in die Provinz Xinjiang eingereist. In dieser Provinz leben die Uyguren. Das ist so ein Problemvölkchen, die die Unabhängigkeit von China anstreben, so ähnlich wie jetzt gerade Katalonien in Spanien. Hier haben in der Vergangenheit schon terroristische Anschläge stattgefunden.

Davor hat die Partei enorme Angst, dass vor oder während des Parteitages etwas passiert. Von daher spielen die alle verrückt am Zoll. Das setzte sich auch nach der Einreise fort, mit einem Polizeiaufgebot, welches ich in diesem Aufwand noch nicht gesehen habe. Aber dazu später mehr.

Zhang erklärte uns später, das das gesamte Zollpersonal monatlich wechselt, um der Korruption vorzubeugen. Daher dauert es immer eine Zeit, bis alles rund läuft. Scheinbar hatte bei uns die Schicht gerade begonnen.

Als wir dann die Freigabe vom Zoll bekommen haben, war die Einreise noch nicht zu Ende. Wir mussten vom Zollhof in eine 100 Kilometer entfernte Polizeistation fahren. Dort bekamen wir chinesische Fahrzeugpapiere und Führerscheine.

Klar, die Polizisten können mit unseren Papieren nichts anfangen, nicht einmal lesen können sie die. Doch es wurden die Fahrzeuge wieder überprüft, und es hieß wieder warten. Was das Ganze so schlimmt macht: die Behörden haben Monate vorher von der Reiseagentur in China alle Daten bekommen in Form von Listen, Bildern vom Fahrzeug usw. Hat aber nichts genützt.

Am Abend des dritten Tages kamen wir dann mit den Wohnmobilen im Hotel an. Die Beifahrer hatten schon Wetten abgeschlossen, ob wir wieder mit dem Bus oder Womo ankommen. Laut Vorgabe der chinesischen Behörden, durften wir in dieser Provinz nur auf Hotelparkplätzen übernachten, teilweise mussten wir sogar im Hotel schlafen. Gut, dadurch war man immer in der Innenstadt.

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Wir sind dann am nächsten Tag durch die Stadt Kaschgar (hier war das Hotel) gelaufen. In China sind die Größenverhältnisse etwas anders. Das ist auch bei den Städten so. Also bis 500.000 Einwohner ist das mehr so ein Dorf. Bis 2 Mio. eine Kleinstadt und danach fängt erst eine richtige Stadt an.

Also Kaschgar lag so z wischen Dorf und Kleinstadt mit 600.000 Einwohnern. Wie schon oben berichtet, war die Polizeipräsenz erdrückend. Auf den Hauptstraßen fahren Polizeifahrzeuge im Abstand von 100 Metern, natürlich immer mit voller Beleuchtung und Sirene. An jeder Straßenecke, und ich meine wirklich an jeder (wenn eine Kreuzung, dann vier Ecken) standen je drei Polizisten.

Einer mit einem großen Schutzschild, einer mit Eisenstange und einer mit Maschinenpistole. Wenn man durch eine Straßenunterführung auf die andere Seite wollte (hier sind die Straße immer zwei oder dreispurig), dann musste man durch eine Personenkontrolle wie beim Flughafen.

Rucksack in den Scanner und man selber durch die Metalldetektoren. Wenn man auf den Markt wollte, in jedem Hotel, Geschäfte, Supermarkt überall die Kontrolle mit Scanner und Detektoren.

Die Tanks tellen waren mit Gitter und S-Draht gesichert. Bei der Einfahrt stehen drei Polizisten und bei der Ausfahrt auch. Man fuhr nicht einfach auf die Tanke.

Pass abgeben, Beifahrer austeigen und draußen bleiben. Tanken, rausfahren und Beifahrer wieder aufsammeln. Das war schon sehr unheimlich und bedrückend. Hier wird mit massiver Polizeipräsens jegweder Widerstand im Keim erstickt.

Das Team hatte uns auch noch gebeten, unsere Reiseführer von China zu überprüfen. Wäre Tibet dort mit einer eigenen Grenze eingetragen, sollten wir den besser verstecken, da der Zoll diesen sonst einzieht.

Tibet ist ja mal von China annektiert worden, aber Tibet fordert seine Unabhängigkeit. Und da verstehen die Chinesen keinen Spaß.

Verkehr

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Eigentlich fahren alle durcheinander, aber komischerweise funktioniert das.

Verkehrsschilder werden hier nur als Dekoration gesehen. Wenn man sich erst einmal daran gewöhnt hat und sich der Fahrweise anpasst, klappt es erstaunlich gut.

Es wird auch wenig gehupt. Sie hupen, wenn sie auf der Landstrasse überholen.

Zum Anfang war ich immer ein bisschen sauer, aber irgendwann fand ich das ganz gut, weil die Chinesen an Stellen überholen, wo man nie einen Überholer erwartet: gerne vor Kurven und vor Bergkuppen.

Es ist egal, ob die Fahrer was sehen oder nicht. Wenn was kommt, geht der Entgegenkommende halb in den Graben, der Überholte macht Platz und schon läuft die Sache. Einige Male habe ich gedacht, das kann nicht gut gehen.

Aber irgendwie mogeln die sich durch. Gut, da wird auch mal geschnitten, aber das hat man schnell raus und geht schon vorher vom Gas. Trotzdem, so ganz kann man sich nicht mit der Überholkultur anfreunden. Ein anderes Thema ist der Transport auf Lieferwagen, Tuc-Tuc, Rollern usw.

Auf dem Landweg nach Australien Teil 3
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Es wird überladen, was die Achse hergibt. Aber das scheint in ganz Asien der Fall zu sein.

Da werden wir wohl in Indien noch bessere Beispiele finden und dann davon berichten.

Bei den Straßen sind die Chinesen ganz weit vorne. Fast nur neue Straßen, egal ob Autobahn oder Landstraße.

Und es werden immer mehr gebaut. Ich habe noch nie so saubere Straßen gesehen. Hier sind unglaublich viele Mensche damit beschäftig, alles sauber zu halten. Selbst die Autobahnen werden von Menschen mit einem Reisigbesen gefegt.

Ohne Absicherung oder Warnhinweis. Die stehen am Fahrbahnrand und fegen den Staub weg. Überhaupt ist ganz China eine einzige Baustelle. Es werden ganze Städte aus dem Boden gestampft. Und das in einer unglaublichen Schnelligkeit.

Wenn sie Hochhäuser bauen, bauen sie gleich vier oder mehr gleichzeitig. Ich habe noch nie soviele Baustellen-LKWs, Bagger, Radlader, Kräne gesehen wie hier. Sie bauen tatsächlich Städte auf Vorrat, die dann leere Geisterhäuser bleiben.

In der Takalmakan-Wüste wollen sie Landwirtschaft aufbauen. Dafür bauen sie schon mal eine Stadt für die Arbeiter. Und wie alles in China, sprechen wir hier nicht über einen kleinen Bauernhof, sondern gleich über eine Fläche, die so groß ist wie Schleswig-Holstein.

Bevölkerung

China ist das Land mit der größten Bevölkerung der Welt von 1,4 Mrd., dicht gefolgt von Indien mit 1,33 Mrd. Als drittes kommt dann die USA mit nur 325 Mio.. China hat 1,1 Mrd. Menschen mehr als die USA! 60% der Weltbevölkerung lebt in Asien.

Im Nordwesten von China leben nur 10% der Bevölkerung, 90% (1,3 Mrd.) leben im Südosten. Man erkennt auch an der Karte, dass es im Nordwesten viel Wüste und Gebirge gibt, während das Leben an der Küste tobt.

China teilt sich auf in 34 Provinzen. Die Stadt Peking (chinesischer Name ist Beijing) hat mit Umland 37 Mio. Einwohner. Nur mal zum Vergleich: Wenn man Belgien, Österreich und die Schweiz zusammen zählt, fehlen immer noch 10 Mio. um an diese Zahl heranzukommen. Es gibt 56 ethnische Minderheiten in China.

Der „normale“ Chinese bezeichnet sich als Han-Chinese. Es gab in diesem Land verschiedene Dynastien. Xia-,Shang, Zhou- Qin, Jacky Chan- und Han-Dynastie. Die Han war von 206 bis 220 n. Chr. Ich find es etwas übertrieben, seine Abstammung bis 200 Jahre nach Christus zurück verfolgen.

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Ich kann meine Abstammung gerade bis zu meinen Urgroßeltern belegen. Na, wer hat den Fehler gefunden? Jacky Chan ist ein chinesischer Schauspieler und keine Dynastie. Für die, die es gemerkt haben, super .

Für die, die es nicht gemerkt haben, bitte sorfältiger lesen. Ich gebe mir die größte Mühe, euch etwas Kultur zu vermitteln. 54 Minderheiten gibt es in China.

Diese unterscheiden sich manchmal erheblich vom Aussehen, den Trachten und Gewohnheiten. Sie werden teilweise vom Staat unterstützt und gefördert. Nur in den Problemprovinzen gehen sie hart vor.

Wie schon kurz berichtet, sind wir in die Provinz Xinjiang eingereist. Die hier lebenden Uyguren werden durch einen Polizeistaat über- und bewacht, so etwas habe ich noch nicht gesehen.

Wir mussten auf den Straßen immer wieder durch Polizeikontrollen, wo jedes Mal der Pass und die Fahrzeugpapiere kontrolliert wurden.

Wenn man pro Tag nicht mindestens 10 Mal den Pass gezückt hatte, fühlte man sich schon „unterkontrolliert“.

Das änderte sich schlagartig, als wir in die nächste Provinz gefahren sind. Zum Schluss nochmal eine Polizeikontrolle und danach nichts mehr.

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Wenn man danach einmal einen Verkehrspolzisten gesehen hat, war das schon viel. Unglaublich, was für ein Unterschied! Irgendwie wurden die Menschen auch ausgeglichender. Apropos Menschen: Chinesen sind unglaublich nette Menschen.

Sie lächeln immer, können kein Englisch, aber wollen immer mit dir fotografiert werden. Wenn Manni für jedes Foto von seinem gelben Truck einen Euro bekommen hätte, bräuchter er nicht mehr zu arbeiten.

Autos überholen uns auf der Autobahn, die Insassen hängen aus dem Fenster und schießen Fotos, lächeln und zeigen den Daumen nach oben.

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Es gibt das moderne China und diejenigen, die die alte Kultur pflegen.

Ich glaube, Chinesen bekommen mit der Geburtsurkunde ein Handy. Es gibt keine Chinesen ohne Handy.

Die haben die Ära der Festnetztelefonie komplett übersprungen und sind gleich auf mobiles Telefonieren eingestiegen.

Ist schon komisch, alte Menschen haben kaum Zähne im Mund, aber das neuste Huawei-Handy am Ohr. Die Menschen begegnen einem mit einer für uns unbekannten Höflichkeit. Die Mädels an den Mautstationen der Autobahn (Ja, ja, hier wird ganz normal Maut bezahlt) sind gekleidet wie Stewardessen, verbeugen sich.

Wenn man ans Fenster fährt und verbeugen sich nochmal, wenn man wieder losfährt. Das habe ich in Frankreich noch nie erlebt. Da ist eher das Gegenteil der Fall. Chinesen würden einem auf jeden Fall den Weg zeigen, auch wenn sie ihn gar nicht kennen. Wir haben des öfteren auch etwas anderes zu Essen bekommen, als wir bestellt haben.

Sie fragen einfach nicht nach, wenn sie etwas nicht verstanden haben, sondern machen das, was sie glauben verstanden zu haben. Da wird dann mal aus einer Bambussuppe eine Fischsuppe. Gut Bambussuppe heißt auf Chinesich nicht Bambussuppe sondern 竹葉湯. Da kann mal schnell eine Verwechslung passieren.

Essen in China

Die gute Nachricht: Ich habe schon drei Kilo abgenommen. Essen ist hier ein besonderes Thema. Also mit unserem Chinesen zuhause hat das hier nichts zu tun.

Die Chinesen essen alles was sich bewegt, wächst, auf den Boden fällt oder schon liegt, spricht alles, was sich irgendwie braten, dünsten, fritieren lässt oder was in den Wok passt.

Schon nach dem Studieren der Speisekarte (wir gehen nur noch in Restaurants, wo die Speisekarte Bilder hat) ist man machmal satt. Ok, ganz so schlimm ist es nicht. Aber es gibt schon ein paar Anekdoten.

In einer Garküche, (so heißt hier der Schnellimbis) waren Bilder an der Wand mit den Gerichten.

Ich habe mich dann für etwas entschieden, das ich glaubte schon mal gegesen zu haben. Zumindest sah es so aus.

Der Inhaber zeigte dann auf ein paar Boxen am Boden, die mir bis dahin nicht aufgefallen waren. Bei meiner Bestellung zeigte er auf eine Box mit großen lebenden Fröschen.

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Ich konnten gar nicht schnell genug mit den Händen abwinken und habe gleichzeitig alle Neins (Nein, Nada, Nejt, No, Nej, Non) dieser Welt rausgehauen. Er war sichtlich enttäuscht über meine Abneigung.

Ich habe dann eine Nudelsuppe bestellt, in der Annahme, da kannst du nichts falsch machen. Ok, die Nudelsuppel war so scharf, dass mir die Tränen seitlich aus den Augen schossen.

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Gut, vielleicht hat er gefragt ob sie scharf sein soll und ich habe in dem Moment vielleicht meine Augenlieder gesenkt, keine Ahnung.

Auf jeden Fall weiß man nie, was man bekommt, bevor es auf dem Tisch steht.

Ein anderer Fall war Fredi. Er wollte etwas mit Huhn haben. Um das klar zu machen, hat er bei der Bestellung mit den Armen ein flatterndes Huhn imitiert und kirikie gerufen. Alles klar.

Der Wirt zog ab und Fredi bekam einen ganzen Teller voll mit Hühnerfüßen, hier eine Delikatesse.

Die waren zwar schön knusprig und in einer schönen braunen Soße, aber der Überlieferung zu Folge, ist der Teller mit der gleichen Anzahl Hühnerfüße wieder zurückgegangen.

Vielleicht ist Fredi dann auch auf eine Nudelsuppe umgestiegen.

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Garküchen gibt es hier wie Sand am Meer. Alle 10 Meter wird irgendwas gebraten, gegrillt oder gebacken.

Zum Thema Hygiene kann man nur so viel sagen: Gibt es nicht. Kühlketten: Fehlanzeige. Da sich alles auf der Straße abspielt, wird auch das Vieh auf der Straße geschlachtet und zerlegt.

Da liegt dann plötzlich eine halbe Kuh auf der Straße.

Am Besten gar nicht darüber nachdenken und hoffen, dass der heiße Wok alle Bakterien tötet.

Für die ganz Harten gab es dann geröstete Skorpione, Maden, Käfer und Grillen am Spieß. Die sahen gut aus und sind sehr knusprig. Ich hätte aber mindestens eine halbe Flasche Reisschnaps intus haben müssen, um herzhaft zuzubeißen. Der Kopf spielt da einfach nicht mit.

Wenn man sich erst einmal auf die chinesische Küche eingelassen hat, findet man immer mehr Gerichte, die einem zusagen. Besonders wenn wir mit der Gruppe zum Essen waren, saßen wir am runden Tisch. In der Mitte war eine runde Glasplatte, die sich drehen ließ.

Dort kommen die Speisen drauf und man nimmt sich weg, was man mag.Da kann man erst einmal probieren und wenn es schmeckt, nimmt man mehr. Das Ganze natürlich mit Stäbchen. Wir sind schon richtig gut mit den Dingern.

Die Kür ist, das einzelne Reiskorn mit Stäbchen aufzunehmen. Ist auch irgenwie eine Art Schlankheitskur. Leider werden viele Speisen mit Koriander gewürzt. Ein Gewürz, das mir jede noch so schöne Speise versaut. Wie gesagt, schon drei Kilo abgenommen.

Thema „is good for man“

Bei den chinesischen Männern ist dieses Thema sehr wichtig oder sie müssen alle einen Minderwertigkeitskomplex haben oder beides. Hier gibt es Läden mit allen möglichen Wurzeln, Pülverchen, Schlangenextrakten oder auch ganze Schlangen eingelegt, Kräuter, Insekten, Hornpulver usw. eines ekliger als das andere.

Was nützt es mir, wenn der kleine „Ning“ ok ist, aber der Rest des Organismus vor Ekel zusammenbricht. Selbst beim normalen Essen im Restaurant haben unsere Guides bei den Speisen immer darauf hingewiesen, wenns „good for man“ ist.

Ich glaube ja, dass hier der Glaube für die chineschen Männer ein ganz wichtige Rolle spielt.

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Beim Thema Heirat läuft es folgender Maßen ab: Wenn ein Pärchen sich hier kennenlernt, muss die Mama vom Bräutigam zur anderen Familie und fragen, ob es genehm ist.

Wenn ja können sich das Pärchen noch ein paar Mal treffen und sich beschnuppern.

Das Beschnuppern ist sehr wichtig (na klar ist das wichtig, aber hier auch aus dem Grund, weil die Hochzeit hier mit viel Geld verbunden ist), damit es nachher auch passt mit den beiden. Wenn dann das ok kommt, bezahlen die Eltern des Bräutigams das neue Zuhause und das Hochzeitsfest.

Und das kann teuer werden, da die gesamte Verwandschaft (bei 1,4 Mrd. können da schon einige zusammen kommen) eingeladen wird und auch kommt. Das geht wohl los bei 500 bis 1000 Personen. Von den Gästen wird überwiegend Geld geschenkt (Auto oder Reisen werden ebenfalls gerne angenommen), um dasFest überhaupt stemmen zu können.

Von der Brautseite wird der Haushalt eingerichtet. Da wird erwartet, dass es nur vom Feinsten ist, da sonst die Schwiegermutter meckert. Aber auch hier modernisiert sich China, weil viele diese Summen nicht aufbringen können.

2015 ist die Einkindpolitik von der Partei geändert worden. Jetzt dürfen Paare wieder zwei Kinder bekommen, da sie gemerkt haben, dass sich die Bevölkerungstruktur völlig falsch entwickelt. Es herrscht ein sehr starker Männerüberschuß, so das viele gar keine Frau finden.

Geschuldet auch dadurch, das Mädchen häufiger abgetrieben wurden. Heute hat man eingesehen, dass ein Eingriff in die Evolution nicht gut gehen kann.

Reiseverlauf

Aus den Kommentaren ging hervor, das einige von euch mehr Informationen über den Reiseverlauf gewünscht haben. Dem will ich jetzt nachkommen und die einzelnen Stationen und Städte beschreiben.

Eingereist sind wir über Kaschgar. Sie ist eine Oasenstadt und war damit sehr wichtiger Knotenpunkt auf der Seidenstraße. Nach chinesischen Maßstäben nur eine Dorf mit 600.000 Einwohnern, davon gefühlt 500.000 Polizisten.

Sie liegt im Uigurischen Autonomen Gebiet Xinjiang und ist vorwiegend islamisch geprägt. Hier sehen die Chinesen nicht aus wie Chinesen, sondern mehr wie Mongolen.

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Weiter ging es dann nach Hotan, welches am südlichen Rand der Taklamakan-Wüste liegt. Von dort sind wir durch die Wüste im Sandsturm nach Kuqa gefahren.

Ich hatte soviel Sand im meinem Zyklonen-Vorfilter, das hätte für eine Sandkiste für Mila (Enkelin) gereicht. Weiter ging es zum Bosten See.

Dort haben wir an einem Yachtklub gestanden. Gut, Boote oder gar Yachten gab es dort nicht, aber einen Yachtklub hatten sie schon mal.

Vom See ging es nach Turpan. Dort gibt es ein unterirdische Bewässerungssystem, welche zusammen mit der Chinesischen Mauer und Peking-Hangzhou-Kanal als einer der wichtigsten Errungenschaften der Antike galt.

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Wer mehr dazu erfahren möchte kann unter chinareiseexperte.de nachlesen.

Von Turpan ging die Reise durch die Ausläufer der Wüste Gobi nach Hami.

Wüste kann ganz anders sein als die klassische Sandkiste. Hier sind es Berge, die wie Sahnetupfen aus dem Sahnespender aussehen. Die ganze Zeit bewegt man sich auf einer Höhe von 1000 bis 2500 m.

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Da wir sozusagen um den Himalaya herumfahren, bewegen wir uns immer in seinen Ausläufern. Das Klima wird mal wärmer und mal kälter und mal hat man auch Schnee. Die nächste Station war Dunhang. Eine sehr schöne Stadt mit größer Wanderdüne und einem großen Nachtmarkt.

Dunhang liegt am Fluss und alle Gebäude wie auch das Flussufer werden nachts in allen Farben beleutet. Von dort ging es nach Jiayaguan an den Anfang der chinesischen Mauer, die man ein Stück begehen kann. Wir konnten mit den Wohnmobilen direkt an der Mauer stehen.

Morgens sind wir dann auf der Mauer den Berg hochgelaufen. Da war schon beeindruckend, was die Chinesen damals geleistet haben.

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Die nächste Station war dann Biandukou. Dort haben wir auf einer der wenigen Campingplätze gestanden. Die haben für uns einen riesigen Aufwand betrieben.

Mit Essen, abends mit Lagerfeuer und Tanz und natürlich mit dem obligatorischen Foto der ganzen Gruppe mit Banner vom Campingplatz. Das ist immer ganz wichtig. Vom Campingplatz ging es nach Xining auf einen Hotelparkplatz.

Die Stadt hat ca. 2,2 Mio. Einwohner.

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Das wichtigste für uns war, sie hat eine Mercedes-Werkstatt. Aber dazu mehr beim Thema Technik. Weiter ging es nach Xiahe. Dort gibt es eines der größten Klöster. Hier ist ja der Buddismus stark vertreten.

Das ist eine Stadt in der Stadt. In der Hochzeit lebten dort 2000 Mönche. Man hat uns dort durchgeführt und wir könnten sogar die Räume betreten, wo die Mönche beten. Die Finanzierung dieser ganzen Klöster ist etwas bizarr.

Wenn morgens die Mönche aus dem Kloster kommen, dann stehen dort schon die Menschen und geben den Mönchen Lebensmittel, Geld und alles was man zum Leben braucht.

Dann verschwinden die Mönche wieder im Kloster, die Gebenden haben ein gutes Karma und alle sind zufrieden. Ob dieses Geschäftsmodel bei uns auch gehen würde? Was mich etwas verstört hat, in dem Gebetsraum ( da war Platz für mehrere Hundert Mönche) wurde Geld von Mönchen an Mönche verteilt. (gut die müssen auch mal eine Zahnpasta kaufen).

Aber mit welcher Masse an Geldbündeln da hantiert wurde, war schon merkwürdig. Ich habe vom Buddhismus keine Ahnung und vielleicht gehört es dazu, aber komisch war das schon.

Ich habe auch ein paar Gebetsmühlen gedreht und fand, dass sich mein Karma gleich viel besser anfühlte. Von Xiahe ging es nach Langmu.

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Auch hier wieder Klöster und auch eine Moschee. Um das jetzt ein bisschen abzukürzen, folgen hier die Städte, die wir angefahren sind. Songpan, Dujiangyan, Cengdu, Leshan, E´meishan, Xichang, Panzhihua, Lijang, Dali, Kunming, Yuanyang, Puer, Jiangchang und über Mohan Ausreise nach Boten in Laos.

Die angefahrenen Städte liegen alle auf der Karte der ersten Seite, wo der Reiseverlauf dargestellt ist. Insgesamt waren wir sechs Wochen in China und haben vieles gesehen, was ganz toll und beeindruckend war, aber auch einiges was uns abgeschreckt hat. Die Chinesen sind sehr laut und mögen es auch laut.

Wenn man in ein Shoppingcenter geht, dann wird man volldröhnt mit lauter Musik. Dazu noch die Verkaufsmädels an den Ständen, die wie Marktschreier ihre Waren anpreisen. Man versteht fast sein eigenes Wort nicht.

Thema Technik

Ich hatte ja bereits von dem verunfallten Womo erzählt. Dieses wurde von Manni zwar bis zur Grenze nach China geschleppt, aber in China durfe er nicht schleppen. Am Werkstattwagen ist hinten ein großes Reserverad.

Das hat sich beim Abschleppen und zu kurzen Einschlagen in die Windschutzscheibe des Womos gedrückt. Ok, damit war die dann auch im Eimer. Sie haben dann das Womo auf einen Tieflader gestellt und in die nächste Großstadt (Xining) mit Mercedes-Werkstatt geschleppt.

2500 km und 3000 Euro. In der MB-Werkstatt wurde sofort das Fahrzeug auseinander genommen und dann hat das Reiseteam in Deutschland die Teile bestellt. Mercedes hatte in einem Tag die Teile in Deutschland bereit gestellt.

Der Aufbau ist von Hymer. Die sollten sich mal ein neues Lagerlogistiksystem anschaffen. Die brauchten 7 Werktage, um die Teile zusammenzustellen. Dann wurde es mit dem Flugzeug nach China geflogen.

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Wie schon mal oben angedeutet war Parteitag und daher galt die Anweisung, das alle Teile aus dem Ausland über Peking laufen mussten. Xining ist eine Millionenstadt mit Flughafen und es wäre so schön einfach gewesen. Aber nein, alles über Peking. Es waren zwei große Paletten mit Teilen. Bevor die sich das anschauen, vergehen schon mal Tage.

Und wenn das vor dem Wochenende liegt, geht das wahrscheinlich gar nicht mehr. Dann ist einer von der chinesischen Reiseagentur, die uns hier begleitet (ohne die dürfen wir hier gar nicht fahren), nach Peking geflogen, um die Teile aus dem Zoll zu bekommen. Hat aber nicht geklappt. Es fehlte irgendein Formular. Es hat sage und schreibe fünf Wochen gedauert, bis die Teile aus dem Zoll kamen.

Die ganze Zeit über haben Toni und Marti im Wohnmobil in Xining in der MB-Werkstatt gewohnt. Lt. Aussage von Toni kannten sie jede Garküche im Umkreis von 5 Kilometern. Durch die lange Zeitverzögerung bekamen wir ein anderes Problem. Die Gruppe war ja schon weiter gefahren, denn wir mussten am 01.11 aus China nach Laos ausreisen und zwar als komplette Truppe.

Das hätten die beiden nicht mehr geschafft, selbst wenn das Fahrzeug fertig wäre, müssten sie 5500 Kilometer aufholen. Um dem entgegenzuwirken, hat man das Fahrzeug wieder auf einen Tieflader gestellt und nach Kunming (4300 km und 4500 Euro) verfrachtet, wieder in eine MB-Werkstatt.

Das schärfte war aber, das es nicht möglich war die Teile statt nach Xining nach Kunming umzuleiten. Sie sind dann erst nach Xining geflogen und dann nach Kunming. Das ging nicht anders, weil die Transportgenemigung auf Xining ausgestellt war. Das ist China live. Da kannst du nur mit dem Kopf schütteln. Geschafft haben sie es trotzdem nicht und mussten eine Sondergenemigung haben, um alleine auszureisen.

In Laos gab es dann das große Wiedersehen. Der zweite Mercedes, der per Tieflader nach Xining kam, war das Teamfahrzeug. Probleme mit den Einspritzdüsen. Er hat nur drei Wochen dort gestanden.

Konnte dann aber mit einer Gewaltleistung an Kilometern rechtzeitig zur Ausreise da sein. Es gibt nur 10 Mercedes-Sprinter in China und diese dann noch als Benziner. Von daher gibt es China keine Ersatzteile für unsere Fahrzeuge.

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Bei unserem großen gelben Werkstattwagen war der Anlasser kaputt. Da es ein ehemaliges Bundeswehrfahrzeug ist, kann man so einen Anlasser nicht mal eben im Laden kaufen. Man hat dann zwei Anlasser im Internet gefunden, einen in Deutschland, zum Preis von 4000,- Euro plus Fracht, Verzollung usw. zum Gesamtpreis von 5300,- Euro (in Worten fünftausenddreihundert) und einen in Shanghai für 5500,- Euro. Lt. Manni waren die 200,- Euro dann auch egal. Shanghai war einfach schneller.

Ok, der Preis war happig, aber dafür hat der Anlasser auch 34 PS. Auch wir beiden Euro 6 Fahrzeuge haben diesen Termin bei Mercedes in Xining entgegen gefiebert. Wir haben ca. 4 bis 6 mal pro Tag die Fehlercodes mit unserem AddBlue-System aus dem Fehlerspeicher unserer Fahrzeuge gelöscht.

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Einmal war ich zu spät und der Sprinter ging in den Notlauf und ich war nur noch 20km/h schnell. Blöd wenn man dann noch 200km vor sich hat. Dauert dann 10 Stunden. Aber irdendwie haben wir das dann wieder zum laufen gebracht.

In der MB-Werkstatt haben sie uns die Software so angepasst, das schlechter Diesel und große Höhe uns keine Probleme mehr machen soll. Bisher hat es geklappt.

Wir hatten uns dann auch über Mercedes noch je 60 Liter Addblue bestellt. Dieser kam aus Deutschland. Da kostet der 10 Liter Kanister sonst so um die 12 Euro. Hier jetzt mit Fracht und Verzollung 50,- Euro. Welche Überraschung .Dann musste noch ein Fiat auch wegen Notlauf in die Werkstatt, bei anderen waren die Reifen schief abgelaufen (Spur verstellt, na ja, bei den Löchern teilweise). Den letzten, den es dann richtig hart getroffen hat, war ein MAN. Getriebeschaden.

Wieder ging die Suche nach Ersatzteilen los. Auch MAN gibt es kaum in China. Die haben ihre eigenen Marken. Zum Glück kam eine Reiseteilnehmerin aus der Schweiz wieder zurück geflogen. Ein Werkstattmitarbeiter aus Deutschland ist in die Schweiz gefahren, hat die Teile zu ihr gebracht und sie hat sie dann mit im Koffer verstaut. So stand der MAN nur eine gute Woche in der Werkstatt. Glück gehabt.

Wir sind ja bereits in Laos eingereist (ich weiß, ich bin spät dran mit dem Chinabericht). Hier haben wir Temperaturen von 33 Grad und eine hohe Luftfeutigkeit. Es ist alles Urwald hier, aber dafür wachsen die Bananenstauden hier am Straßenrand wie Unkraut. Aber dazu mehr im nächsten Bericht.